Welterbe-Bewerbung schlägt Brücken in Europa

Pressemitteilung

- 18/ri

Müngstener Brücke: Historisches Bauteil bleibt in Schaberg

Hoher Besuch aus Düsseldorf: Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, ist am Freitag nach Solingen gekommen, um den drei bergischen Oberbürgermeistern und der Deutschen Bahn in NRW die gute Nachricht noch einmal ganz persönlich zu überbringen: Das Land Nordrhein-Westfalen hat die serielle, transnationale Bewerbung „Europäische Großbrücken des 19. Jahrhunderts“ zur Fortschreibung der bundesdeutschen Vorschlagsliste zukünftiger Welterbestätten an den Bund gemeldet – als einzigen Vorschlag aus NRW. Im Welterbe-Verfahren hat die Bewerbung der Müngstener Brücke in internationaler Gemeinschaft mit den Brücken Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. in Portugal, dem Garabit-Viadukt und dem Viaduc du Viaur in Frankreich und der Ponte San Michele in Italien damit eine erste wichtige Hürde genommen.

„Brücken verbinden zwei Seiten miteinander. Die Müngstener Brücke geht weit darüber hinaus: sie verbindet nicht nur die drei bergischen Städte, sondern diese auch mit unseren europäischen Partnern in Frankreich, Italien und Portugal", hob die Ministerin hervor. "Wir sind stolz darauf, dass wir in Nordrhein-Westfalen dieses beeindruckende und international bedeutende Bauwerk haben und hoffen zusammen mit allen Beteiligten, dass wir gemeinsam den Weg zum UNESCO Welterbe weiterhin erfolgreich beschreiten werden.“

„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das die Landesregierung in unsere Bewerbung setzt. Das zeigt: Wir haben alles richtig gemacht und damit überzeugt. Nun gehen wir mit ganzer Kraft weiter im Prozess, vor Ort und in Abstimmung mit unseren internationalen Partnern. Wir ziehen alle an einem Strang“, betonte Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Und er fügt hinzu: „Gemeinsam werden wir auch feiern. In diesem Jahr wird die Müngstener Brücke 125 Jahre alt. Sie ist ein beeindruckendes Monument der Ingenieurbaukunst und lässt jeden, der sie betrachtet, staunen. Bei einem Fest Ende August werden wir sie gebührend in Szene setzen.“

Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz erläuterte die nächsten konkreten Arbeitsschritte. „Jetzt geht es vor allem darum, eine tragfähige Finanzstruktur zu entwickeln.“  Ziel sei eine Stiftung, die den europäischen Welterbeprozess unterstützt und begleitet. „Dazu werden in allen europäischen Partnerländern Fördervereine gegründet, die zunächst im eigenen Land Finanzmittel beschaffen, Freunde und Förderer gewinnen und etwa Veranstaltungen organisieren.“ Mast-Weisz wies darauf hin, dass der Förderverein „Welterbe Müngstener Brücke“ bereits im vergangenen März gegründet wurde. Zum Vorstand gehören die drei bergischen Oberbürgermeister sowie Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in NRW. Im Namen des Vorstands überreichte der Vorsitzende Tim Kurzbach der Ministerin bei ihrem Besuch einen Ehrenpreis.

Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind wies darauf hin, dass man mit den Betreibern des Brückensteigs bereits einen wichtigen Förderer gewonnen habe: „Von jeder Eintrittskarte fließen zwei Euro an den Förderverein. 20.000 Euro konnten jetzt übergeben werden.“ Schneidewind betonte noch einmal den verbindenden europäischen Gedanken, der die Welterbe-Bewerbung prägt. „Wir haben ein gemeinsames Ziel und bündeln unsere Kräfte. Auf unserem Weg sind aus Partnern längst Freunde geworden.“ 

Werner Lübberink erklärte noch einmal mit Nachdruck: „Die Deutsche Bahn ist überzeugt von der Welterbe-Bewerbung. Wir wollen den Prozess zum Erfolg führen, gemeinsam mit unseren Partnern im Städtedreieck und auf internationalem Parkett.“ Die Deutsche Bahn habe sich deshalb auch entschieden, dem Förderverein ein originales Bauteil der Müngstener Brücke zu spenden. Im Namen der DB dankte er dem Verein für die Entscheidung, das Bauteil dauerhaft am Bahnhof Schaberg zu präsentieren und der Stadt Solingen, das Gelände unmittelbar an der Müngstener Brücke zur Verfügung zu stellen. Das Bauteil erlaube einen neuen und ganz nahen Blick auf die Architektur und vermittle Wissen zur Konstruktion. Dieser „Bildungsaspekt“ sei im Welterbeprogramm der UNESCO von großer Bedeutung und spiele deshalb auch im Bewerbungsverfahren eine wichtige Rolle.