Schicksale

Ferdinand Bachem

geboren: 4. Mai 1895 in Solingen-Ohligs
gestorben: 30. Juli 1958 in Solingen

Lebensweg

Ferdinand Bachem wird am 4. Mai 1895 in Ohligs geboren. Er entstammt einer katholischen Familie. Nach Besuch des Ohligs-Walder Gymnasiums und einer kaufmännischen Ausbildung arbeitet er als Filialleiter in Berlin. Im Ersten Weltkrieg meldet er sich freiwillig zu den Bonner Husaren. Nach dem Krieg leistet er während der alliierten Besatzung 1921 Dolmetscherdienste für die Ohligser Stadtverwaltung. Nach Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter für verschiedene Firmen wird Bachem freiberuflicher Journalist. Zeitweise gehört er dem Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband an. Politisch engagiert sich Bachem in der katholischen Zentrumspartei. Seit Oktober 1924 ist er hauptamtlicher Redakteur der Bergischen Zeitung in Wald, wechselt dann zur Bergischen Post in Remscheid. Ab 1928 arbeitet er wieder als freier Journalist, nun vor allem für das Solinger Tageblatt, und ist auf die Themen Kultur und Sport spezialisiert.

Als überzeugter Christ, dem die Religion kein Lippenbekenntnis ist, kann sich Bachem nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung" zunächst noch als freier Journalist und Schriftsteller behaupten. 1936 jedoch wird sein Antrag auf Aufnahme in den Reichsverband der Deutschen Presse abgelehnt. Ihm werden den NS-Staat herabsetzende Bemerkungen aus dem Jahre 1933 zum Vorwurf gemacht. Mit gleichgesinnten Freunden trifft er sich in diesen Jahren in einem von ihm später so benannten „Liberalen Kreis". Im November 1938 wird Bachem von der Gestapo festgenommen und in Düsseldorf verhört. Zusammen mit einem Fotografen aus Hilden wird er verdächtigt, illegale Schriften verteilt zu haben, darunter einen in Deutschland kursierenden Brief Thomas Manns. Das Verfahren wird jedoch vom Oberstaatsanwalt in Düsseldorf eingestellt, Bachem am 24. Dezember1938 aus der Haft entlassen. Seit 1939 ist Bachem erneut bei der Solinger Stadtverwaltung beschäftigt. Im Juni 1940 wird er als Unteroffizier zur Wehrmacht einberufen, seiner regimekritischen Einstellung bleibt er nach Zeugenaussagen jedoch treu. Unter anderem steht er mit dem im Februar 1945 in Norwegen wegen „Zersetzung der Wehrkraft" hingerichteten Dr. Hans Holte in Verbindung.

Nach Aussage Konrad Adenauers fährt Bachem, der mit Adenauers ältestem Sohn Konrad befreundet ist, nach der Verhaftung des späteren Kanzlers in Folge des 20. Juli 1944 persönlich nach Köln, um sich über dessen Gesundheitszustand zu informieren. Nach dem Krieg arbeitet Bachem erneut als Journalist, nun für die Rheinische Post. Am 30. Juli 1958 verstirbt Ferdinand Bachem.

Text: Armin Schulte

Stand: 16.4.2005