Stolpersteine

Alex Uesseler

geboren: 10. Mai 1900 in Solingen
gestorben: um den 30. März 1945 in Dortmund

Lebensweg

Geboren wird Alex Uesseler in Solingen, die ersten Jahre seiner Kindheit lebt er in Wald. Ab 1909 wohnen er, seine Eltern und seine beiden jüngeren Geschwister am Schlagbaum auf Gräfrather Stadtgebiet. Nach seiner Heirat mit Berta Schütte zieht Alex Uesseler Ende 1927 in eine Wohnung der neuen Siedlung des Gräfrather Bauvereins in der Hochstraße 33 (heute: Melanchthonstraße 33). Als Schleifer ist Uesseler im Deutschen Metallarbeiterverband organisiert. Während der Weltwirtschaftskrise 1931 verzieht er mit seiner Frau in deren Geburtsort Lüdenscheid. Für die KPD gehört er dem dortigen Stadtparlament an.

Mitte 1933 wird Uesseler verhaftet und bis Weihnachten 1934 im KZ Börgermoor gefangengehalten. Nach seiner Haft ist er zunächst arbeitslos, findet dann aber in Meinerzhagen eine neue Beschäftigung.

Am 24. Januar 1945 weist die Gestapoführung in Berlin ihre Leitstellen im Westen Deutschlands an, Gegner des NS-Regimes festzunehmen und zu liquidieren. Wörtlich heißt es: „Die gegenwärtige Gesamtlage wird Elemente unter den ausländischen Arbeitern und auch ehemalige deutsche Kommunisten veranlassen, sich umstürzlerisch zu betätigen. (...) Es ist in allen sich zeigenden Fällen sofort und brutal zuzuschlagen. Die Betreffenden sind zu vernichten, ohne im formellen Weg vorher beim RSHA Sonderbehandlung zu beantragen."

Die NS-Führung will offensichtlich möglichst wenige aktive Demokraten am Leben lassen, um den Aufbau einer neuen Gesellschaft nach 1945 zu erschweren. Im Februar 1945 startet die Gestapo Dortmund die befohlene Verhaftungswelle. Bereits nach wenigen Tagen ist das örtliche Gestapo-Gefängnis mit hunderten Frauen und Männern überfüllt, die Gefangenen werden auch in Gängen und im Luftschutzkeller zusammengepfercht. Auch aus Nachbarstädten werden NS-Gegner in die Dortmunder Steinwache, der „Hölle Westdeutschlands", überstellt. Unter ihnen befindet sich auch Alex Uesseler aus Lüdenscheid.

Am 7. März beginnt die Dortmunder Gestapo mit systematischen Massenerschießungen. In der Nacht oder in den frühen Morgenstunden werden jeweils 20 Gefangene gefesselt auf einem der bereitstehenden LKWs zu den Hinrichtungsstätten im Rombergpark und in der Bittermark gefahren. Dort werden sie zumeist zu größeren Bombentrichtern geführt, dem Erschießungskommando übergeben und mit Genickschuss getötet. Niemand vergewissert sich, ob tatsächlich alle Opfer tot sind. Mit großer Eile werden die Körper notdürftig verscharrt, die Massengräber mit Reisig bedeckt. Noch vor Sonnenaufgang sind die Kommandos wieder zurück auf der Wache. Niemand darf sich dem Gefangenentross nähern. Augenzeugen sind unerwünscht. Insgesamt ermordet die Gestapo in den letzten Kriegstagen im Rombergpark und der Bittermark im Dortmunder Süden an die 300 Menschen, besonders viele von ihnen am Karfreitag, dem 30. März 1945. Zu den Opfern zählen Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und deutsche Widerstandskämpfer, unter ihnen ist auch Alex Uesseler.

Text: Armin Schulte

Stand: 30.5.2005

 

VerlegeortMelanchtonstraße 33
StadtteilGräfrath
Verlegedatum20.12.2007

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