Arena Bergisch Land

Stand 07.12.2021

Neue Mehrzweck-Arena soll die Klingenhalle ersetzen 

Die Klingenhalle im November 2021

Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach sind sich einig: „Der BHC braucht jetzt endlich Klarheit und Verlässlichkeit, was eine erstligataugliche Spielstätte im Bergischen Land angeht. Wir wollen eine gemeinsame  Bergische Lösung für den BHC.“ Denn ein Handball-Erstligist mit einer dem Profisport entsprechenden Spielstätte stärkt ebenso die gesamte Bergische Region wie etwa der „Brückensteig“, das Circular Valley und der Gaskessel oder Nordbahn- und Korkenziehertrasse.

Während sich der in Wuppertal als Standort für eine Arena geprüfte ehemalige Wicküler Park als ungeeignet erwiesen hat, bietet sich möglicherweise in Solingen eine Option zur Errichtung einer solchen Spielstätte. Die bisher schon vom BHC für einen Teil seiner Heimspiele genutzte Kingenhalle ist eine städtische Halle mit hohem Sanierungsbedarf, für die ohnehin eine Sanierung oder Neuplanung ansteht. Auf Grundlage eines aktuellen Gutachtens laufen jetzt die Verfahren für das Hallenprojekt an. Die Oberbürgermeister sind sich einig, dass es im Sinne eines berechenbaren Vorgehens sinnvoll erscheint, sich jetzt mit ganzer Kraft auf die abschließende Prüfung dieser Option zu konzentrieren.

Die neue Halle, in der bis zu 5.000 Zuschauer:innen einen Sitzplatz finden würden, könnte die Klingenhalle aus dem Jahr 1973 ersetzen. Ziele: Schul- und Vereinssport am Weyersberg sollen weiterhin möglich sein, vor allem aber dem Bundesligisten Bergischer Handball-Club eine Perspektive gegeben werden, im Bergischen Städtedreieck dauerhaft spielen zu können.

Die 48 Jahre alte Halle mit rund 2.500 Sitzplätzen entspricht den Forderungen der Handballliga an Kapazität, Fernsehtauglichkeit und Bewirtungsmöglichkeiten immer weniger. Dazu wäre die neue Arena zusätzlich Spielstätte für größere Konzerte und Events ab 5.000 Zuschauer:innen, für die es in der näheren Region bisher kein Angebot gibt. 

Einnahmen würde die Arenagesellschaft aus der Vermietung erzielen: 18 Heimspiele des BHC und größere Shows wären in der modernen Arena am Weyersberg zu Beginn möglich. Und auch nötig, um die Kosten wieder hereinzuspielen.

Denn, das stellt das Gutachten klar: Bei günstigem Betriebsverlauf könnte die Arena in einer Jahresbetrachtung günstiger sein als der Weiterbetrieb der bestehenden und zu sanierenden Klingenhalle. Das Geschäft rechnet sich für Solingen, weil auch der Weiterbetrieb der alten Klingenhalle für die Stadt ein Verlustgeschäft ist; rund 700.00 Euro gibt die Stadt jährlich dafür aus. Und Einnahmen lassen sich mit der alten Halle nicht erzielen, die die Last mindern würden. Für die Klingenhalle wird mit einem Sanierungsbedarf von rund 20 Millionen Euro gerechnet. Die Möglichkeit, Handballspitzensport live zu erleben, gäbe es dann wohl mittelfristig nur noch in Düsseldorf.

Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Tim Kurzbach hat der Ältestenrat im Herbst 21 eine Arbeitsgruppe gebildet, die die politische Debatte in den Fachausschüssen und im Rat vorbereitete. Dazu gehörten ein Tagesworkshop mit dem Beratungsunternehmen SEM, auf der die gesamte Analyse auf der Tagesordnung stand und die Gutachter sich den Fragen der Solinger Kommunalpolitiker:innen stellten.

in der Sitzung des Solinger Stadtrates am 16. Dezember steht ein Grundsatzbeschluss des Rates an: Arenaneubau oder Weiterbetrieb der alten Halle? Auch bei positivem Votum wird noch nicht  gebaut, da zuvor noch eine ganze Reihe von Prüfaufträgen an die Verwaltung abgearbeitet werden müssen - von der Frage, wo Ersatz für die Sportplätze geschaffen wird, die mit der neuen Halle überbaut würden, bis zur Verkehrsanbindung.

„Zentral ist, dass der BHC zeitnah eine belastbare Hallenoption erhält. Dies ist ein gemeinsames bergisches Anliegen. Deswegen ist uns wichtig, dass wir zwischen den Bergischen Städten mit offenen Karten spielen und nicht in einen unproduktiven Wettbewerb um die Standortfrage treten. Wer jetzt in eine verbindliche - politische und finanzielle - Klärung eines Bundesliga-tauglichen Standortes eintritt, muss sicher sein können, dass es dann auch wirklich zur Realisierung des Hallenprojektes kommt“, sind sich die beiden Stadtspitzen einig.

Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind betonte, die enge Abstimmung mit Solingen biete auch die Chance, der Zusammenarbeit der bergischen Städte eine neue Qualität zu geben und diese weiter zu intensivieren.

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