Coronavirus

Stand 14.09.2021

Neue Corona-Regeln ab 11. September

Die Coronaschutz-Verordnung des Landes NRW ist neu gefasst und dabei noch einmal deutlich vereinfacht worden. Der Inzidenzwert hat nun als alleiniger Maßstab für Maßnahmen in der Corona-Pandemie ausgedient.

Vollständig geimpften und von COVID-19 genesenen sowie negativ getesteten Menschen stehen grundsätzlich wieder alle Einrichtungen und Angebote offen. Das ist die Kernaussage der  Corona-Schutzverordnung, die bis zum 8. Oktober 2021 gültig ist.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden nun nicht mehr allein nach dem Inzidenzwert (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) getroffen. Weitere Leitindikatoren sind die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Fälle der Coronapatienten im Krankenhaus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) und die Auslastung der Intensivbetten.

Drei Leitindikatoren

7-Tage-Hospitalisierung

Die Zahl misst, wie viele infizierte Personen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Sie ist damit ein Indikator für die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und kann einen frühen Hinweis auf eine drohende Überlastung des Gesundheits- und Krankenhaussystems geben.

COVID-Anteil an der Intensivkapazität

Dieser Indikator bildet die Belastung der Intensivstationen ab und steht damit unmittelbar für das Risiko einer Überlastung dieser medizinischen Versorgungsstrukturen. Der Anteil, mit dem Covid-19-Patientinnen und -Patienten die intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten auslasten, wird durch die Zahl der neu aufgenommenen Patienten bestimmt, sie ist aber auch abhängig von der Dauer der notwendigen Hospitalisierung (Liegezeit) und der (personellen) Aufwände bei der Behandlung.  

7-Tage-Inzidenz

Auch die bereits bekannte 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bleibt ein wichtiger Indikator. Steigt dieser Wert, bedeutet das, dass sich die Infektion schneller und breiter in der Bevölkerung ausbreitet. Anhand der Inzidenz kann die Wirksamkeit von Corona-Schutzmaßnahmen relativ zeitnah abgelesen werden. Zudem bleibt die 7-Tage-Inzidenz ein guter Indikator dafür, in welchem Maß eine Kontaktpersonennachverfolgung noch möglich ist. Die 7-Tage-Inzidenz ist darüber hinaus ein wichtiger Frühindikator für das Geschehen in den Krankenhäusern.

Maskenpflicht

Mindestens eine medizinische Maske, die sogenannte OP-Maske, ist zu tragen  

  • in Innenräumen, in denen mehrere Personen zusammen treffen und die Kund:innen oder Besucher:innen zugänglich sind
  • In Wahlräumen zur Bundestaswahl 2021 und auf den Zuwegen innerhalb von Gebäuden
  • in Warteschlangen und Anstellbereichen sowie unmittelbar an Verkaufsständen, Kassenbereichen und ähnlichen Dienstleistungsschaltern
  • bei Fahrten mit Bussen und Bahnen im Nahverkehr und im Fernverkehr, mit Taxen und bei der Schülerbeförderung 
  • bei Sport- Kultur- und sonstigen Veranstaltungen im Freien mit mehr als 2.500 Besucher:innen (außer am Sitzplatz)
Ausnahmsweise kann auf eine Maske verzichtet werden
  • in Privaträumen bei ausschließlich privaten Zusammentreffen
  • bei der Arbeit, wenn
    • ein Mindestabstand von 1,5 Metern sicher eingehalten wird oder
    • ausschließlich immunisierte Beschäftigte zusammentreffen oder
    • in festen Teams oder an festen Arbeitsplätzen ausschließlich immunisierte oder getestete Beschäftigte zusammentreffen
  • in gastronomischen Betrieben an festen SItz- oder Stehplätzen, wenn zwischen den Tischen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten oder eine bauliche Abtrennung angebracht wird
  • In Clubs und Diskotheken oder bei Tanzveranstaltungen (auch private Feiern mit Tanz), wenn der Zutritt nur immunisierten oder getesteten Personen erlaubt ist.
    Hier ist ein PCR-Test erforderlich, ein Schnelltest reicht nicht aus.
  • in Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie bei Veranstaltungen, Tagungen, Messen und Kongressen an festen Sitz- oder Stehplätzen, wenn die Plätze einen MIndestabstand von 1,5 Metern haben oder alle Personen immunisiert oder getestet sind
  • beim Tanzen, während der Sportausübung, soweit dies für die Sportausübung erforderlich ist, sowie bei anderen Tätigkeiten, die nur ohne das Tragen einer Maske ausgeübt werden können (beispielsweise Spielen von Blasinstrumenten)
  • beim gemeinsamen Singen, wenn nur immunisierte oder getestete Personen teilnehmen.
    Hier ist ein PCR-Test erforderlich, ein Schnelltest reicht nicht aus.
  • von Inhaber:innen und Beschäftigten in Geschäften und Einrichtungen, die für Kunden- oder Besucherverkehr geöffnet sind, sowie von Mitgliedern von Wahlvorständen für die Bundestagswahl 2021, wenn die Maske durch gleich wirksame Schutzmaßnahmen (beispielsweise Abtrennung aus Glas oder Plexiglas) ersetzt wird.

Kinder bis zum Schuleintritt sind von der Maskenpflicht ausgenommen.

Zugangsbeschränkungen und Testpflicht

Der Zugang zu Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen ist nur immunisierten oder getesteten Personen gestattet.

Sportveranstaltungen

Zu großen Sportereignissen dürfen höchstens 25.000 Zuschauende zugelassen werden. Bei mehr als 5.000 Zuschauenden darf höchstens 50% der regulären Kapazität genutzt werden.

Test nach Rückkehr aus dem Urlaub

NIcht immunisierte Personen, die mindestens fünf Werktage wegen Urlaub oder einer vergleichbaren Dienst- oder Arbeitsbefreiung nicht gearbeitet haben, müssen bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz im Verlauf des ersten Arbeitstages an einem bestätigten Selbst- oder Schnelltest unter Aufsicht teilnehmen oder ein negatives Testergebnis vorlegen.

Folgende Einrichtungen, Angebote und Tätigkeiten dürfen aufgrund der neuen drei Leitindikatoren  nur noch von immunisierten oder getesteten Personen in Anspruch genommen, besucht oder ausgeübt werden
  • Veranstaltungen, Messe und Kongresse in Innenräumen
  • Sport- uns Wellnessangebote in Innenräumen
  • Veranstaltungen im Freien mit mehr als 2.500 Personen
  • körpernahe Dienstleistungen wie beispielsweise Friseur, Kosmetik, Körperpflege
  • gastronomische Angebote in Innenräumen
    (ausgenommen bloßes Abholen von Speisen und Getränken)
  • Hotels und Beherbergungsbetriebe
    (nicht immunisierte müssen bei der Anreise und danach erneut nach jeweils vier Tagen ein negatives Testergebnis vorlegen)
  • Clubs, Diskotheken, Tanzveranstaltungen einschließlich private Feiern mit Tanz
    (nicht immunisierte nur mit PCR-Test - ein Schnelltest reicht nicht aus)
  • Bordelle, Swingerclubs und ähnliche Einrichtungen
    (nicht immunisierte nur mit PCR-Test - ein Schnelltest reicht nicht aus)

Immunisierte und getestete Personen

Immunisierte Personen sind vollständig geimpfte oder genesene Personen. Die vollständige Impfung wird durch den Impfausweis nachgewiesen, die Genesung durch ein Schreiben vom Gesundheitsamt mit PCR-Befund, der nicht länger als ein halbes Jahr zurückliegen darf.

Getestete Personen sind personen, die über ein bescheinigtes negatives Ergebnis eines Corona-Antigen-Schnelltests oder PCR-Tests verfügen. Ein negatives Testergebnis bleibt 48 Stunden gültig.

Schulpflichtige Kinder und Jugendliche mit Schülerausweis gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen. Kinder bis zum Schuleintritt sind ohne Vornahme eines Coronatests getesteten Personen gleichgestellt.

Hygienekonzept für Veranstaltungsorte

Für Einrichtungen, in denen in Innenräumen Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen ohne feste Sitzplätze durchgeführt werden sollen, sowie für Clubs, Diskotheken und ähnliche Einrichtungen muss dem Gesundheitsamt vor der erstmaligen Öffnung ein Hygienekonzept vorgelegt werden,